Eine Einkäuferin sucht einen Lohnfertiger für Edelstahlteile in Kleinserie. Sie tippt ihre Frage bei Google ein und wählt den Reiter „KI-Modus“. Dort steht eine fertige Antwort: worauf es ankommt, welche Nachweise üblich sind, dazu eine Handvoll Quellen.

Ihr Marketing will wissen, ob Ihre Firma in dieser Antwort vorkommt, und das ist die richtige Frage. Im KI-Modus sieht Ihr Kunde nur wenige Quellen. Steht Ihre Seite darunter, liest er Ihre Antwort, bevor er jemanden anruft.

Der KI-Modus ist eine eigene Ansicht in Google. Er sucht parallel im Web und schreibt eine ausführliche Antwort, auf die Ihr Kunde mit Rückfragen reagieren kann.

Wie stark diese Antwort die Auswahl lenkt, zeigt eine Nutzerstudie von Kevin Indig mit Privatkunden in den USA. Bei größeren Anschaffungen stammten im KI-Modus 74 Prozent der endgültigen Auswahllisten direkt aus der Antwort.

Bei Kauffragen aus der Industrie nennt der KI-Modus im Schnitt 5,5 Websites je Antwort

Für unsere Studie haben wir 30 Tage lang 72 echte Kauffragen aus sechs Industriebranchen an sechs KI-Systeme gestellt, darunter den KI-Modus. Für diesen Beitrag haben wir seine rund 2.200 Antworten noch einmal einzeln ausgewertet.

Im Schnitt hat der KI-Modus 5,5 Websites je Antwort gelesen. ChatGPT las bei denselben Fragen 19,6, Perplexity 10,4. Über 30 Tage kamen im KI-Modus trotzdem 3.415 verschiedene Websites zusammen, weil die Auswahl von Frage zu Frage und von Tag zu Tag wechselt.

Für Ihr Marketing heißt das: Die Plätze sind knapp, aber sie sind offen. Sieben von zehn gelesenen Seiten nennt der KI-Modus auch als Quelle in der Antwort.

Kurz vor der Unterschrift zeigt der KI-Modus bei fünf von sechs Antworten Quellen

Wie oft der KI-Modus im Web nachschlägt, hängt von der Kaufphase ab. Bei Fragen zur ersten Orientierung zeigte er bei zwei von drei Antworten Quellen. Wenn Ihr Kunde die Wahl im eigenen Haus absichern muss, etwa mit Zertifikaten, Fristen oder Abnahmen, waren es fünf von sechs.

Gerade für die Fragen kurz vor der Unterschrift lohnen sich deshalb Seiten mit Nachweisen und klaren Antworten. Welche Seite in welcher Kaufphase wirkt, steht im Beitrag B2B-Content je Kaufphase.

YouTube ist die meistgelesene Website im KI-Modus, bei Absicherungsfragen in jeder vierten Antwort

YouTube hat der KI-Modus öfter gelesen als jede andere Website: 505-mal in 30 Tagen, das sind 4,1 Prozent aller Abrufe. In jeder achten Antwort stand mindestens ein Video. Bei den Absicherungsfragen war es jede vierte.

KaufphaseAntworten mit YouTube-Video
Orientierung6 von 100
Lösungsvergleich12 von 100
Entscheidung7 von 100
Absicherung24 von 100

ChatGPT, Copilot und Gemini haben bei denselben Fragen kein einziges Video gelesen. Videos zahlen sich also vor allem in Googles eigenen KI-Antworten aus, im KI-Modus und in der KI-Übersicht.

Ein Video, in dem Ihre Fachleute erklären, wie eine Abnahme abläuft oder welche Zertifikate Sie haben, arbeitet dort für Ihren Vertrieb.

Firmenwebsites stehen in sieben von zehn Antworten, Anbieterverzeichnisse in einer von 25

In 69 von 100 Antworten hat der KI-Modus mindestens eine Firmenwebsite gelesen, also Seiten von Herstellern, Zulieferern, Dienstleistern und Software-Anbietern. Anbieterverzeichnisse wie wlw, europages oder Techpilot kamen in 4 von 100 Antworten vor. ChatGPT las sie fast viermal so oft, in 16 von 100 Antworten.

Beim Lösungsvergleich, wenn Ihr Kunde Anbieter nebeneinanderlegt, stand wlw in jeder neunten Antwort des KI-Modus. Ein Verzeichniseintrag hilft also in genau dieser Phase, und für alle anderen Fragen zählt Ihre eigene Website. Was sich bei wlw lohnt, steht in wlw Kosten und Erfahrungen.

Wie eine Firmenwebsite in den KI-Modus kommt, zeigt qupex.de: Die Ratgeberseite des Qualitätsdienstleisters zu den wichtigsten Zertifizierungen für Industrie-Lieferanten hat der KI-Modus 83-mal gelesen und 71-mal als Quelle genannt.

Die Antworten wechseln täglich: Am nächsten Tag steht knapp jede vierte Website wieder drin

Stellt man dem KI-Modus dieselbe Frage am nächsten Tag, steht im Schnitt knapp jede vierte Website wieder in der Antwort, genau 23 von 100. Bei Perplexity sind es drei von vier. Belastbar wird es deshalb erst, wenn Sie dieselben Fragen an mehreren Tagen stellen und zählen, wie oft Ihre Firma vorkommt. Warum gängige SEO-Werkzeuge das schlecht abbilden, steht in KI-Sichtbarkeit messen.

Seit dem 31. August 2026 hat die Google Search Console dafür einen eigenen Bericht für KI-Übersichten und KI-Modus. Dort sehen Sie, wie oft Links zu Ihrer Website in diesen Antworten erschienen sind, je Seite, Land und Tag. Ob daraus Anfragen werden, zeigt die Frage an jeden neuen Interessenten, wo er zuerst nach einer Lösung gesucht hat.

Für den Vertrieb ist das eine gute Nachricht. Wer heute fehlt, hat morgen wieder eine Chance, und jede gute Seite und jedes Video erhöht sie.

Mit drei Seiten fängt Ihr Marketing im KI-Modus an

Aus den Daten ergeben sich drei Inhalte, die sich zuerst lohnen:

  • Eine Seite zu Ihren Nachweisen. Welche Zertifikate Sie haben, wie Prüfung und Abnahme ablaufen, welche Fristen gelten. Diese Fragen stellt Ihr Kunde kurz vor der Unterschrift, und dann schlägt der KI-Modus am häufigsten nach.
  • Ein Video zu einer Frage, die Ihr Vertrieb oft hört. Drei bis fünf Minuten, eine Fachperson aus Ihrem Haus, eine Frage im Titel. In Googles KI-Antworten ist YouTube die meistgelesene Website.
  • Eine Seite, die erklärt, wie man den passenden Anbieter in Ihrer Nische findet. Bei diesen Fragen lesen die KI-Systeme heute vor allem Plattformen und Verzeichnisse. Eine Seite aus Ihrer Erfahrung trifft dort auf wenig Wettbewerb. Wie das im Sondermaschinenbau aussieht, steht in SEO für Maschinenbau.

Jede dieser Seiten braucht etwa einen Nachmittag mit Ihrem Fachwissen und einen Tag Redaktion, ein kurzes Video etwa einen halben Tag mit Ihrer Fachperson.

Damit überall dasselbe über Ihre Firma steht, hilft eine geprüfte Faktenbasis. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Projekt aus der Elektronik.

Bei DH electronics wird jeder Fakt einmal geprüft und steht danach in jedem Kanal bereit

DH electronics entwickelt in Bergen im Chiemgau Embedded-Lösungen, und jeder Satz muss fachlich stimmen. Mit dem Marketing haben wir ein Brand Kit aufgebaut: Kernbotschaft, Sprache und Produktfakten mit Quelle und Freigabestatus. Daraus entstehen jetzt die Texte für Website, LinkedIn und weitere Kanäle. Marketing Managerin Miriam Mühlberger: „Diesen kompletten Kontext kann ich in einem einzelnen Chat gar nicht herstellen.“

Was unsere Projekte gebracht haben

Zwei weitere Beispiele aus Industrie und Verwaltung, alle Projekte stehen unter Referenzen.

Die Zahlen gelten für 72 Kauffragen aus sechs Industriebranchen, gemessen im August und September 2026

Gemessen haben wir täglich vom 10. August bis 8. September 2026, Standort Deutschland, Sprache Deutsch, ohne Anmeldung, über die Messplattform Peec AI. Die Branchen sind Sondermaschinenbau, Automatisierung, Fertigungstechnik, Messtechnik, Embedded-Hardware und Elektronikfertigung. Der KI-Modus ändert sich laufend; die Zahlen beschreiben diesen Zeitraum. Die Auswertung je System haben wir am 6. November 2026 aus den Rohdaten nachgerechnet.

Unterm Strich: Im KI-Modus gewinnt, wer die Fragen kurz vor der Unterschrift beantwortet

Ratgeberseiten mit Nachweisen und Videos Ihrer Fachleute haben im KI-Modus die besten Chancen, gelesen und als Quelle genannt zu werden.

Häufige Fragen

Fragen zum Google KI-Modus

Wie öffne ich den KI-Modus?

Auf google.de geben Sie Ihre Frage ein und wählen dann den Reiter „KI-Modus“, direkt geht es über google.com/ai. In der Google-App tippen Sie auf dem Startbildschirm auf „KI-Modus“.

Was unterscheidet den KI-Modus von der KI-Übersicht?

Die KI-Übersicht ist ein kurzer Kasten über den normalen Suchergebnissen. Der KI-Modus ist eine eigene Ansicht mit ausführlicher Antwort und Rückfragen. In unserer Messung zeigte der KI-Modus bei 73 von 100 Antworten Quellen, die KI-Übersicht bei 54.

Kann ich beeinflussen, ob meine Firma im KI-Modus genannt wird?

Eine Platzierung kann niemand zusichern. Sie können aber die Seiten bauen, die der KI-Modus bei Kauffragen liest: Antworten auf die Fragen Ihrer Kunden, Nachweise und Videos. Ob es wirkt, zeigt eine Messung mit denselben Fragen über mehrere Tage, vorher und nachher.

Quellen & Einordnungzum Ausklappen

„Gelesen“ heißt: Der KI-Modus hat die Seite für eine Antwort geladen; „genannt“ heißt: Sie steht als Quelle in der Antwort. Die Typen der Websites (Firmenwebsite, Verzeichnis) stammen aus der Klassifizierung von Peec AI und sind nicht von Hand geprüft; Firmenwebsites schließen Händler und Software-Anbieter ein. „Knapp jede vierte Website am nächsten Tag“ bezieht sich auf dieselbe Frage an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, gemittelt über alle Fragen. Seit dem 24. August 2026 zeigt der KI-Modus insgesamt seltener Quellen, im Tagesmittel vorher bei 84 von 100 Antworten, danach bei 62; bei Absicherungsfragen blieben es 80 von 100. Die Studie von Kevin Indig betrifft Privatkunden in den USA; für Einkäufer in der Industrie zeigt sie die Richtung. qupex ist ein Beispiel aus den Rohdaten; zu qupex haben wir keine Geschäftsbeziehung.