Update August 2026: Zahlen auf zwölf Monate aktualisiert und nach einer Prüfung der Rohdaten präzisiert. Die Kernaussage bleibt.

Das SEO-Tool Ahrefs zeigte mir für einen Kunden 0 Sichtbarkeit über KI. Null über ChatGPT, null über Gemini, null über Perplexity. Die echten Besucherdaten der Website zeigten etwas anderes: rund 270 Besuche über die KI-Suche in einem Jahr.

Beide Zahlen stimmen. Sie messen nur nicht dasselbe. Und genau darin liegt die eigentliche Geschichte. Wie sich das über die einzelnen Kaufphasen verteilt, steht im Überblick KI-Sichtbarkeit entlang der Customer Journey.

Ahrefs Sichtbarkeitszahlen für KI Suche

Ein Relaunch, der das Beratungsangebot im Fokus hatte

Der Kunde ist eine landesweite Koordinationsstelle für Pflege und Wohnen in Bayern. Über die Jahre war eine Website mit mehr als 50 Unterseiten entstanden. Gewachsen, verschachtelt, ohne klares System. Wichtige Informationen lagen erst nach mehreren Klicks.

Wir haben das aufgeräumt. Aus über 50 Unterseiten wurde eine klare, barrierefreie Struktur. Inhalte, die man sofort findet und versteht. Die Priorität: das vielseitige Beratungsangebot so aufbereiten, dass Kommunen und Fachstellen schnell die passende Beratung finden. KI-Suche war dabei kein Ziel.

Was das Tool sagte: nichts

Nach dem Relaunch wollte ich wissen, ob die Seite überhaupt jemand über ChatGPT und Co. findet. Also habe ich ins SEO-Tool Ahrefs geschaut.

Die Antwort war eindeutig. Null. Über alle KI-Suchen hinweg keine einzige Erwähnung.

Hätte ich es dabei belassen, wäre mein Fazit gewesen: KI spielt für diesen Kunden noch keine Rolle. Schöne Struktur, aber für die KI-Suche unsichtbar.

Was die echten Daten sagten

In den Besucherdaten der Seite sah das Bild ganz anders aus. Rund 230 Besuche kamen innerhalb von zwölf Monaten mit ChatGPT-Kennung auf die Seite, dazu etwa 40 über Perplexity, Claude, Gemini und Copilot. Rund 270 Besuche über KI-Suche, neben etwa 4.350 über die Google-Suche.

Und diese Zahl ist eher eine Untergrenze: Wer eine Empfehlung bei ChatGPT liest und die Seite danach googelt oder direkt aufruft, taucht in keiner KI-Statistik auf.

Das Interessantere steckt ohnehin nicht in der Menge. Die Besucher aus der KI-Suche laden Rahmenverträge, Checklisten und Förder-Infoblätter herunter, rufen die Kontaktseite auf und tragen sich in den Newsletter ein. Es sind Träger, Kommunen und Fachstellen bei der Recherche, genau die Zielgruppe. Und wer über ChatGPT kommt, liest im Schnitt mehr Seiten und bleibt länger als Besucher aus der Google-Suche.

Warum sich die Zahlen widersprechen

Der Widerspruch löst sich auf, sobald man sieht, was jede Quelle eigentlich misst.

Das SEO-Tool prüft eine Auswahl an Fragen und schaut, ob eine Seite in den KI-Antworten dazu auftaucht. Eine neue, noch dünne Datenquelle. “Null” heißt hier nicht “niemand kam über KI”. Es heißt “in unserer Stichprobe nicht gefunden”.

Die Webanalyse wiederum verstreut KI-Besuche über mehrere Berichte. ChatGPT-Klicks landen wegen der automatischen Link-Markierung im Kampagnen-Bericht. Perplexity zählt als Suchmaschine. Der eingebaute KI-Bericht unseres Analyse-Tools zeigte am Ende ganze 7 Besuche, während in den Rohdaten das Vielfache steckte. Wer nur auf ein Dashboard schaut, egal welches, sieht einen Ausschnitt.

Keine dieser Quellen ist die ganze Wahrheit. Erst zusammengefügt, und geprüft, ergeben sie ein verlässliches Bild.

Was ich daraus mitnehme

Zwei Dinge.

Erstens: Wer wissen will, ob KI schon Menschen bringt, schaut besser in die eigenen Daten. Nicht nur ins Dashboard eines Tools. Eine 0 dort bedeutet oft nur, dass das Tool nicht dort hinschaut, wo deine Kunden suchen. Und auch die eigene Zahl verdient einen prüfenden Blick: Nicht alles, was eine ChatGPT-Kennung trägt, kam auch von dort.

Zweitens: Wir haben diese Seite für Klarheit und Barrierefreiheit gebaut, für Menschen. Die KI-Sichtbarkeit kam obendrauf. Inhalte, die für Menschen klar und gut strukturiert sind, sind auch für KI-Systeme leichter zu verarbeiten. Wer sauber für Menschen baut, legt damit zugleich das Fundament für die KI-Suche.

P.S.: Der beste Weg, um die Quelle zu verstehen, ist natürlich, die Kunden selber zu fragen.

Und wenn die Messung zeigt, dass die KI etwas Falsches über Sie erzählt: Wie Sie solche Aussagen finden, nach Schweregrad ordnen und korrigieren, steht im Leitfaden Falschaussagen finden und korrigieren.