„Wo müssen wir stehen, damit die KI uns findet?“ Im Software-Markt ist die Antwort einfach: auf der großen Bewertungsplattform. Dort hält eine einzige Plattform 13,5 Prozent aller Quellen, die KI-Systeme für Kauffragen lesen. Wer dort gut dasteht, wird gelesen. Für den industriellen Mittelstand hat diese Frage bisher niemand gemessen. Wir haben 30 Tage lang mitgeschrieben, welche Websites ChatGPT, Google, Gemini, Copilot und Perplexity bei 72 Kauffragen aus sechs Industriebranchen lesen. Ergebnis: Es gibt keine Plattform, an der Sie vorbeimüssen. Es gibt einen festen Kreis von Websites, in den Sie hineinkommen können.
Zwei Begriffe dafür. Ein Platzhirsch ist eine Website, die einen Großteil aller Quellen auf sich vereint, wie die Bewertungsplattform bei Software. Der feste Stammtisch sind die Websites, die die KI an jedem einzelnen Tag liest, egal wie die Frage formuliert ist.
Die stärkste Website im ganzen Feld liefert nur 2,9 Prozent der Quellen
Über 30 Tage und 72 Fragen haben die sechs KI-Systeme 99.270 Quellen gelesen, verteilt auf 9.898 verschiedene Websites. Die meistgelesene ist europa.eu mit 2,9 Prozent. Die zehn stärksten Websites kommen zusammen auf 11,4 Prozent, die hundert stärksten auf 35,3 Prozent. Zwei Drittel aller Abrufe gehen an Websites jenseits der Top 100.
| Rang | Website | Anteil der Abrufe | Was das ist |
|---|---|---|---|
| 1 | europa.eu | 2,9 % | EU-Recht, Verordnungen |
| 2 | wlw.de | 1,6 % | Anbieterverzeichnis |
| 3 | iso.org | 1,2 % | Normen |
| 4 | youtube.com | 1,1 % | Video |
| 5 | tacto.ai | 1,0 % | Einkaufslexikon eines Softwareanbieters |
| 6 | elektroniknet.de | 0,8 % | Fachmedium |
| 7 | vdi.de | 0,7 % | Verband |
| 8 | ihk.de | 0,7 % | Kammer |
Vierzehn der dreißig stärksten Websites sind Institutionen: Normenwerke, Verbände, Behörden. In den Top 10 steht kein einziger Maschinenbauer. Das klingt zunächst schlecht für Hersteller, ist aber die gute Nachricht dieser Studie.
Neun von zehn gelesenen Firmenseiten gehören echten Herstellern
Unterhalb der Spitze sieht das Feld anders aus. Von allen Abrufen auf Firmenwebsites gehen 89,7 Prozent an Hersteller und Dienstleister und nur 10,3 Prozent an Plattformen und Verzeichnisse. Und es sind oft kleine Firmen. Ein Embedded-Hersteller mit fünf gelesenen Seiten kommt auf 149 Abrufe in 30 Tagen, ein Elektronikfertiger aus der Schweiz mit 13 Seiten auf 263.
Zum Vergleich ein Konzern: Siemens wird in 21 der 72 Fragen genannt, kommt aber nur auf 148 Abrufe, 0,15 Prozent des Panels. Die Marke steht im Wissen des Modells. Gelesen werden die Seiten, die eine konkrete Frage beantworten.
In den USA sieht das anders aus. Semrush hat in derselben Woche 458 Industrie-Suchbegriffe ausgewertet: Dort lesen die KI-Systeme vor allem Distributoren und Marktplätze wie Grainger oder ThomasNet. In Deutschland übernimmt die eigene Website des Herstellers diese Rolle.
171 Websites liest die KI jeden Tag, sie stellen 41 Prozent aller Quellen
Die flache Spitze verdeckt eine feste Struktur darunter. Wir haben gezählt, welche Websites an jedem einzelnen Tag gelesen werden.


Zahlen als Tabelle
| Gruppe | Websites | Anteil der Abrufe |
|---|---|---|
| Stärkste Website (europa.eu) | 1 | 2,9 % |
| Die 10 stärksten | 10 | 11,4 % |
| Die 30 stärksten | 30 | 20,8 % |
| Die 100 stärksten | 100 | 35,3 % |
| Fester Stammtisch, an allen 30 Tagen dabei | 171 | 41,0 % |
| An mindestens 14 der 30 Tage dabei | 1.011 | 72,8 % |
| An genau einem Tag dabei | 4.791 | 5,1 % |
171 Websites, 1,7 Prozent aller gelesenen, sitzen jeden Tag am Tisch und bekommen zusammen 41 Prozent der Abrufe. Die 1.011 Websites, die an mindestens jedem zweiten Tag dabei sind, bekommen 73 Prozent. Knapp die Hälfte aller Websites taucht genau einmal auf und teilt sich fünf Prozent. Wer am Tisch sitzt, wird täglich gelesen. Wer einmal vorbeikommt, bleibt ein Zufallstreffer.
Am Tisch sitzen Institutionen, Vermittler und Hersteller mit vielen Ratgeberseiten
Die Institutionen bilden das Rückgrat. Die KI liest sie, wenn es um Normen, Vorschriften und Verbandsaussagen geht, und sie geht dafür direkt zur Originalquelle. Mit europa.eu muss ein Hersteller nicht konkurrieren.
Die Vermittler gewinnen je nach Kaufphase. Anbieterverzeichnisse wie wlw holen im Lösungsvergleich zehn Prozent aller Abrufe, in den anderen Phasen unter zwei. Institutionen holen in der Absicherung ein Fünftel, sonst rund fünf Prozent. Ein Eintrag bei wlw zahlt also in genau einer Phase ein, dort aber spürbar.
Die Hersteller am Tisch haben eines gemeinsam: viele Seiten zu Käuferfragen. Die Websites im festen Stammtisch holen ihre Abrufe im Median über 18 verschiedene Seiten. Welcher Seitentyp in welcher Phase gelesen wird, steht in B2B-Content für jede Kaufphase.
Ein Platz am Stammtisch kostet rund 25 Arbeitstage für Ratgeberseiten
Eine Ratgeberseite kostet einen Nachmittag Fachwissen aus Vertrieb oder Technik und einen Tag Redaktion. Zwölf bis zwanzig solcher Seiten, so viele wie bei den Websites am Stammtisch, sind rund 20 bis 30 Arbeitstage. Verteilt auf ein halbes Jahr ist das eine Seite pro Woche.
Was das bringt, zeigt das Panel an einzelnen Seiten. Die Zertifizierungsübersicht auf qupex.de wurde in 30 Tagen 400-mal gelesen und 598-mal als Quelle genannt. Ein einzelner Blogbeitrag eines Embedded-Herstellers, „Wie finde ich den passenden Embedded-System-Lieferanten?“, kam auf 113 Abrufe, mehr als ganze Websites von Wettbewerbern. Beide Seiten beantworten eine Frage, die ein Käufer vor dem Kauf stellt.
Zum Vergleich: Ein Eintrag in einem Verzeichnis kostet wenig Zeit und zahlt in einer Phase ein. Die eigenen Ratgeberseiten kosten mehr Zeit und zahlen in allen vier Phasen ein. Was eine Begleitung dabei kostet, steht offen in Was kostet Generative Engine Optimization?.
Fragen Sie zuerst, welche 30 Websites die KI in Ihrer Branche täglich liest
Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme. Welche 30 bis 50 Websites liest die KI bei den Fragen Ihrer Kunden jeden Tag? Ordnen Sie sie in drei Gruppen:
- Institutionen: Normen, Verbände, Behörden. Verlinken Sie sie auf Ihren eigenen Seiten als Quelle.
- Vermittler: Verzeichnisse und Fachmedien. Prüfen Sie Ihren Eintrag und Ihre Präsenz dort.
- Wettbewerber: Hersteller, die schon am Tisch sitzen. Schauen Sie, welche Fragen deren Seiten beantworten, die auf Ihrer Website noch fehlen.
Dann bauen Sie Seiten zu den Fragen, die am Tisch gelesen werden: Auswahlkriterien, Normen, Kosten, Nachweise. In welcher Phase die KI am häufigsten nachschlägt, steht in Kaufentscheidung im B2B: Wann ChatGPT im Web sucht.
Die Verteilung gilt für Industriefragen, bei Software gibt es Platzhirsche
Die Verteilung gilt für den industriellen Fragenraum. Im Software-Markt und im Onlinehandel gibt es Platzhirsche: Radyant und OMR messen 13,5 Prozent für eine Plattform bei Software, SISTRIX misst für 2.496 deutsche Onlineshops, dass das oberste Fünftel rund 72 Prozent aller KI-Nennungen hält. Die offene Verteilung ist also eine Eigenschaft der Industriefragen. Für die einzelne Branche kann die Liste der Websites am Tisch anders aussehen; das Panel umfasst sechs Branchen mit je zwölf Fragen.
Unterm Strich: Die KI liest Hersteller, die viele Käuferfragen auf ihrer Website beantworten
Ein Platz am Stammtisch der KI entsteht durch Seiten zu Käuferfragen. Er steht jedem Hersteller offen.
Fragen zum Stammtisch der KI
Welche Websites liest ChatGPT bei Industriefragen am häufigsten?
In unserem Panel waren es europa.eu (2,9 Prozent aller Abrufe), wlw.de (1,6), iso.org (1,2), youtube.com (1,1) und tacto.ai (1,0). Vierzehn der dreißig stärksten Websites sind Institutionen wie Normenwerke, Verbände und Behörden.
Gibt es eine Plattform, auf der Industrieunternehmen stehen müssen?
Bei den gemessenen Industriefragen hält keine Plattform mehr als drei Prozent. 90 Prozent der Abrufe von Firmenwebsites gehen an Hersteller und Dienstleister. Ein Verzeichniseintrag hilft vor allem im Lösungsvergleich.
Wie kommt eine Website in den festen Stammtisch der KI?
Die 171 Websites, die an allen 30 Tagen gelesen wurden, holen ihre Abrufe im Median über 18 Seiten. Der Weg dorthin sind zwölf bis zwanzig Ratgeberseiten zu Fragen, die Käufer vor dem Kauf stellen.
Quellen & Einordnungzum Ausklappen
- Oliver Bock (2026): Welche Websites liest ChatGPT, wenn Ihre Kund:innen einen Anbieter suchen? Was 13.108 KI-Antworten zeigen. Panelstudie, 10. August bis 8. September 2026, The B2B Answer, München. Abschnitt 2 behandelt die Verteilung der Quellen.
- Rohdaten der Studie als CSV, darin alle Websites mit Abrufen je Tag.
- Radyant und OMR Reviews: Software Prompt Study, Juni 2026. 13,5 Prozent aller Abrufe für eine Bewertungsplattform.
- SISTRIX: KI-SEO im E-Commerce, 1. September 2026. Das oberste Fünftel der Shops hält rund 72 Prozent der KI-Zitierungen.
- B2B-Content für jede Kaufphase, Beitrag zu den Seitentypen am Stammtisch.
Zahlen in diesem Beitrag: Peec-Panel, 72 Fragen, sechs Industriebranchen, sechs KI-Systeme, Standort Deutschland, 10. August bis 8. September 2026, 99.270 Abrufe von 9.898 Websites, 30-Tage-Werte. Fester Stammtisch: an allen 30 Tagen mindestens einmal gelesen. Semrush-Vergleich: 458 Industrie-Suchbegriffe in den USA, September 2026.
