Das SEO-Tool Ahrefs zeigte mir für einen Kunden 0 Sichtbarkeit über KI. Null über ChatGPT, null über Gemini, null über Perplexity. Die echten Besucherdaten der Website zeigten etwas anderes: über 200 Menschen kamen allein über ChatGPT.
Beide Zahlen stimmen. Sie messen nur nicht dasselbe. Und genau darin liegt die eigentliche Geschichte.

Ein Relaunch der das Beratungsangebot im Fokus hatte
Der Kunde ist eine landesweite Koordinationsstelle für Pflege und Wohnen in Bayern. Über die Jahre war eine Website mit mehr als 50 Unterseiten entstanden. Gewachsen, verschachtelt, ohne klares System. Wichtige Informationen lagen erst nach mehreren Klicks.
Wir haben das aufgeräumt. Aus über 50 Unterseiten wurde eine klare, barrierefreie Struktur. Inhalte, die man sofort findet und versteht. Die Priorität: das vielseitige Beratungsangebot so aufbereiten, dass Kommunen und Fachstellen schnell die passende Beratung finden. Das war vor über zwei Jahren, als KI-Suche neben SEO noch kaum ein Thema war.
Was das Tool sagte: nichts
Nach dem Relaunch wollte ich wissen, ob die Seite überhaupt jemand über ChatGPT und Co. findet. Also habe ich ins SEO-Tool Ahrefs geschaut.
Die Antwort war eindeutig. Null. Über alle KI-Suchen hinweg keine einzige Erwähnung.
Hätte ich es dabei belassen, wäre mein Fazit gewesen: KI spielt für diesen Kunden noch keine Rolle. Schöne Struktur, aber für die KI-Suche unsichtbar.
Was die echten Daten sagten
Ich habe weitergeschaut. In den echten Besucherdaten der Seite sah das Bild ganz anders aus.
Über 200 Besuche kamen in rund zehn Monaten über ChatGPT. Über Google waren es knapp 4.000. Auf etwa zwanzig Besucher über Google kam also einer über ChatGPT.
Und das ist nur die Untergrenze. Viele lesen einen Namen bei ChatGPT und tippen ihn danach bei Google ein oder gehen direkt auf die Seite. Diese Menschen kamen auch über KI. Nur zählt sie keine Statistik so.
Warum sich die Zahlen widersprechen
Der Widerspruch löst sich auf, sobald man sieht, was jede Quelle eigentlich misst.
Das SEO-Tool prüft eine Auswahl an Fragen und schaut, ob eine Seite in den KI-Antworten dazu auftaucht. Eine neue, noch dünne Datenquelle. “Null” heißt hier nicht “niemand kam über KI”. Es heißt “in unserer Stichprobe nicht gefunden”.
Die Google Search Console zeigt, was bei Google passiert. Wertvoll, aber eben nur die Google-Seite der Geschichte.
Die eigenen Analytics auf der Website sehen die tatsächlichen Besucher. Wer kam, woher, auf welche Seite. Das ist näher an der Wahrheit als jede Schätzung, weil es zählt, was wirklich passiert ist.
Keine dieser Quellen ist die ganze Wahrheit. Jede ist ein Ausschnitt. Erst zusammengefügt ergeben sie ein verlässliches Bild.
Was ich daraus mitnehme
Zwei Dinge.
Erstens: Wer wissen will, ob KI schon Menschen bringt, ob als Unternehmen oder als Person mit eigener Seite, schaut besser in die eigenen Daten. Nicht nur ins Dashboard eines Tools. Eine 0 dort bedeutet oft nur, dass das Tool nicht dort hinschaut, wo deine Kunden suchen.
Zweitens: Wir haben diese Seite für Klarheit und Barrierefreiheit gebaut, für Menschen. Die KI-Sichtbarkeit kam obendrauf. Das ist kein Zufall. Inhalte, die für Menschen klar und gut strukturiert sind, sind auch für KI-Systeme leichter zu verarbeiten. Wer sauber für Menschen baut, legt damit zugleich das Fundament für die KI-Suche.
P.S.: Der beste Weg, um die Quelle zu verstehen, ist natürlich, die Kunden selber zu fragen.